Deutscher Ärztetag fordert Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung


 

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Der 115. Deutsche Ärztetag in Nürnberg hat gefordert, Arbeitsmedizin und betriebsärztliche Versorgung zu einer zentralen Säule der Gesundheitsvorsorge in Deutschland auszubauen. Die deutsche Volkswirtschaft verliert jährlich rund 225 Milliarden Euro durch Erkrankungen von Arbeitnehmern. Fast 80 Prozent der Ausfälle, die durch chronische Erkrankungen entstehen, können durch betriebliche Prävention verhindert werden. Dies zeige das betriebliche Gesundheitsvorsorge dabei helfe, die erwerbstätigen Menschen gesund und arbeitsfähig zu erhalten und damit Kosten zu senken, bekräftigte der Ärztetag.

Um die Prävention in der Arbeitswelt zu stärken, forderten die Delegierten die Länder auf, die arbeitsmedizinischen Lehrstühle an den Universitäten auszubauen. Gesetzliche Unfall-, Renten-, und Krankenversicherungen sollten enger zusammenarbeiten. Notwendig sei zudem ein regionales sektorenübergreifendes Konzept zur Vernetzung von betrieblicher Gesundheitsförderung und Prävention durch den Betriebsarzt. Der Ärztetag begrüßte die Ausrichtung des „Ausschusses Arbeitsmedizin“ des Bundesarbeitsministeriums. Dort werde die arbeitsmedizinische Vorsorge, auch unter Mitwirkung der Bundesärztekammer, weiterentwickelt.

Betriebsärzte und Hausärzte sollten die gleichen Leistungsvergütungen für Vorsorgemaßnahmen erhalten. Die Delegierten betonten, Betriebsärzte hätten als ärztliche Berater von Beschäftigten und Unternehmen eine Schlüsselstellung in allen Fragen von Arbeit und Gesundheit. Sie erfüllten eine wichtige Lotsenfunktion zwischen präventiver und kurativer Medizin.

Pressemitteilung vom 25.05.2012
http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.2.8678.10302.10364